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Aktuelles

Global gescheitert? Der Westen zwischen Anmaßung und Selbsthass

Das neuste Buch von Susanne Schröter (Erscheinungsdatum August 2022).

Wie der Westen seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnt

Selten schien der Westen so geschlossen wie zu Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Werte der Freiheit und Demokratie galt es gegen ein autokratisches System zu verteidigen. Doch hinter der vermeintlichen Geschlossenheit zeigten sich schnell die ersten Bruchstellen. Wie werden wirtschaftliche Zwänge mit politischen Zielen in Einklang gebracht? Wie viel sind dem Westen die eigenen Ideale wert? Dass sich dahinter ein tiefgreifendes strukturelles Problem des Westens verbirgt, zeigt die Ethnologin und Islamexpertin Susanne Schröter in ihrem neuen Buch. Angesichts der jüngsten Konflikte in der Ukraine, in Afghanistan und Mali sowie der Planlosigkeit westlicher Regierungen im Umgang mit Migrationsbewegungen, Islamismus und Cancel Culture diagnostiziert sie einen zwischen Hybris und Selbsthass gefangenen Westen, der unentwegt die Werte der Demokratie beschwört, sie aber gleichzeitig immer dann verrät, wenn es darauf ankommt. Befindet sich der Westen auf dem besten Weg, die eigene innen- wie außenpolitische Glaubwürdigkeit zu verspielen? In ihrem analytisch klugen und thesenstarken Buch gibt Susanne Schröter die Antwort.

Verlag Herder. 2022 · 240 Seiten · ISBN 978-3-451-39367-9 · Klappenbroschur

Weitere Informationen auf den Seiten des Verlags.

Weitere Publikationen

Buchpräsentation: Global gescheitert? Der Westen zwischen Anmaßung und Selbsthass

[Plakat]

14. Okt. 2022, Beginn 19 Uhr
Historisches Museum, am Römerberg, Saalhof 1, Frankfurt am Main

Jan Fleischhauer diskutiert mit der Autorin Susanne Schröter über ihre neuste Publikation

Keine Voranmeldung erforderlich.

Plakat
Weitere Veranstaltungen

Queer im Islam. Homosexualiät und Transgender – Kulturelle Tradition oder religiöses Verbot?

Konferenz unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Kai Klose, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (Rede/Statement als PDF)

7. Okt. 2022, Beginn der Konferenz um 11 Uhr
Gebäude "Normative Ordnungen", Max-Horkheimer-Str. 2, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Im Iran werden Homosexuelle hingerichtet, ein Geschlechtswechsel ist hingegen erlaubt. Transgender gilt nicht als schuldhaftes Vergehen, sondern als Schicksal. Auch in Pakistan, Oman und Indonesien sind sogenannte „dritte Geschlechter“ offiziell anerkannt. In der indonesischen Provinz Aceh jedoch, in der die Scharia streng befolgt wird, werden sowohl Homosexualität als auch Transsexualität mit staatlichen Strafmaßnahmen verfolgt. In den meisten islamisch geprägten Ländern existieren Gesetze gegen Homosexualität, weil diese angeblich gegen die göttliche Ordnung verstößt. Gegenüber Transgender wird oft liberaler reagiert, weil man glaubt, darin göttliches Wirken zu entdecken.

Ein Blick in die islamische Geschichte zeigt ebenfalls Widersprüchliches: Einerseits stand Homosexualität unter Strafe, gingen staatliche Organe mit äußerster Härte gegen jedwede Abweichung von einer heterosexuellen Norm vor, andererseits wurde Homosexualität im höfischen Umfeld offen gelebt und homoerotische Poesie erfreute sich allgemeiner Beliebtheit.

Unbestritten ist, dass Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen in der islamischen Welt religiös legitimiert und kulturell tradiert werden. Auch jenseits staatlicher Repression werden vor allem Homosexuelle durch Körperverletzungen, Zwangsverheiratungen und sogenannte „Ehrenmorden“ bedroht. Dazu kommen Übergriffe im öffentlichen Raum. Auch in Deutschland existiert Gewalt gegen queere Menschen. In strenggläubigen Familien ist es in den vergangenen Jahren zu Gewalt gegen Lesben, Schwule und Transpersonen durch Täter mit islamistischem Hintergrund gekommen. 2021 wurde ein schwuler Mann in Dresden von einem homophoben Islamisten bei einem Messerangriff getötet und sein Partner schwer verletzt. In Münster wurde im September 2022 ein Transmann getötet, in Bremen eine Transfrau verprügelt.

Auf der Konferenz „Queer im Islam“ wird das Thema in seinen religiösen, sozialen, historischen und rechtlichen Dimensionen von Experten erörtert. Dabei geht es einerseits um die Frage, wie Diskriminierungen und die Verfolgung queerer Menschen bis hin zur Todesstrafe theologisch gerechtfertigt werden, und welche Interpretationen des Korans und der Sunna für einen diskriminierungsfreien Islam herangezogen werden können. Es soll aber auch um die Diskrepanz zwischen Theologie und gelebtem Alltag in islamisch geprägten Ländern, um Fundamentalismus und liberalen Islam und um Erfahrungen von Muslimen in Deutschland gehen, die sich selbst als homosexuell, trans oder im weitesten als queer bezeichnen oder die sich grundsätzlich für Toleranz und Offenheit einsetzen.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, alle Referenten in Präsenz, Anmeldung erforderlich unter: ffgi@normativeorders.net .

Programm
Rede des Staatsministers
Weitere Veranstaltungen

„Allahs Karawane. Eine Reise durch das islamische Multiversum“

Buch von Susanne Schröter (August 2021).

Muslim*Innen, die neben Allah die Göttin des Südmeeres verehren, das rituelle Fasten durch Arbeit ersetzen oder den Koran feministisch auslegen: Susanne Schröter führt kurzweilig durch unbekannte Welten des Islams, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie gehören zu den "bedrohten Arten", die von Fundamentalisten und Radikalen bekämpft werden.

Die tanzenden Derwische in der Türkei haben eine eigene Orthodoxie ausgebildet, während es auf dem Balkan seit langem einen unorthodoxen, genuin europäischen Islam gibt. Im Sudan unterläuft der Zar-Kult rigide Scharia-Regeln. Im Senegal leiten mächtige Scheichs zu einem Leben im Rhythmus von Gebet, Arbeit und Musik an. In Malaysia existieren alte muslimische Matriarchate, während in den USA eine progressive muslimische Subkultur blüht und in Deutschland liberale Vereinigungen mit Imaminnen entstehen. Mit den Ibaditen im Oman ist eine traditionell tolerante Glaubensrichtung zu entdecken. In Pakistan haben sich Sufi-Heiligtümer zu gesellschaftlichen Freiräumen entwickelt, auch für Transgender. Auf der Insel Java ist der Islam mit Hinduismus und Buddhismus verschmolzen, und in China entwickelt sich unter den Augen der KP ein interreligiöser Islam. Susanne Schröters erstaunliche Reise durch das islamische Multiversum zeigt auf schönste Weise, dass die zweitgrößte Weltreligion vielfältiger, "diverser", kreativer und pragmatischer ist, als es uns islamische Fundamentalisten und wütende Islamkritiker glauben machen wollen.

C.H.BECK. 2021 · 203 Seiten · ISBN 978-3-406-77492-8 · Klappenbroschur

Weitere Informationen auf den Seiten des Verlags.

Weitere Publikationen

Wo genau beginnt der Fundamentalismus?

„Reibungspunkte mit der modernen Welt: Susanne Schröter manövriert durch die kulturelle Vielfalt des Islams“

Buchbesprechung von Lutz Berger in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu Frau Prof. Schröters Buch „Allahs Karawane“.

Beitrag lesen (FAZ.net)
Publikationen
Medienecho

Broschüre zur Arbeit des FFGI

Das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) dokumentiert mit Texten und Bildern seine Entwicklungsgeschichte, Veranstaltungen und Forschung in einer Broschüre. Das FFGI-Team wünscht viel Spaß beim Blättern und eine aufschlussreiche Lektüre.

Broschüre herunterladen

Politischer Islam

„Im Namen des Islam: Wie radikalislamische Gruppierungen unsere Gesellschaft bedrohen“ (April 2021) ist die unter anderem Titel im Pantheon Verlag erschienene Taschenbuchauflage von „Politischer Islam – Stresstest für Deutschland“ (2019).

Die Mehrheit der Deutschen glaubt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Sie verbinden die zweitgrößte Weltreligion vor allem mit dem Terror im Namen eines unbarmherzigen Gottes, der Unterdrückung von Frauen und Minderheiten sowie einer Ablehnung westlicher Werte. Für diese Assoziationen gibt es nachvollziehbare Gründe, die aus dem Erstarken des politischen Islam resultieren. Dieser übt durch machtbewusstes und strategisch geschicktes Agieren seiner Funktionäre großen gesellschaftlichen Einfluss aus und dominiert zunehmend die staatliche Islampolitik sowie den öffentlichen Dialog. Vielen Menschen fehlt jedoch das Wissen über die Ursprünge und die Ausprägungen des politischen Islam, um Konfliktsituationen richtig einschätzen, angemessen zu argumentieren und handeln zu können. Das vorliegende Buch schließt mit seinem fundierten und verständlichen Überblick diese Lücke.

Gütersloher Verlagshaus 2019 · 384 Seiten · ISBN 978-3-579-08299-8 · Hardcover mit Schutzumschlag

Weitere Informationen auf den Seiten des Verlags.

Weitere Publikationen

Eine Antwort auf den politischen Islam ist nötig

Ein Gastbeitrag von Lucia Puttrich und Susanne Schröter (FAZ, 03.01.2021)

Die Hessische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes Hessen beim Bund, Lucia Puttrich (CDU), und Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam an der Universität Frankfurt, schrieben gemeinsam den FAZ-Beitrag „Eine Antwort auf den politischen Islam ist nötig“:

„Emmanuel Macron hat den richtigen Weg beschritten nach den islamistischen Anschlägen in seinem Land. Europa sollte die Kampfansage des französischen Präsidenten als Vorbild für eine gemeinsame Antiterrorstrategie nehmen. […]“ Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

Weitere Publikationen
Medienecho



Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam

In muslimisch geprägten Staaten und in den muslimischen Diaspora-Gemeinschaften Europas gewinnen Islamismus und islamischer Fundamentalismus zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklung birgt erheblichen sozialen und politischen Sprengstoff. Gleichzeitig erarbeiten muslimische Intellektuelle und Gelehrte weltweit Konzepte eines Islams, der mit Demokratie, den Menschen-, Frauen- und Kinderrechten sowie humanistischen Idealen kompatibel ist.

Das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam versteht sich als Think Tank, der diese Dynamiken wissenschaftlich analysiert und ihre Relevanz für Deutschland herausarbeitet. Es verbindet regionale und nationale mit transnationalen und globalen Perspektiven und ist in der Lage, Zusammenhänge herzustellen und staatliche so wie zivilgesellschaftliche Akteure zu beraten.

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